Der Sommer 2012 war ein Mittwoch

120 km von Jagsthausen nach Heidelberg, hügelig, Gegenwind, es zieht sich (auch beim Abendessen)

Der erste Sommertag in Deutschland, nachdem uns unser Heimatland seit Tagen mit Aprilwetter versorgt. Alles perfekt, nur dass der Wind so gar nicht mitspielen möchte. Gegenwind, egal wie man das Vorderrad dreht! Trotzdem, das Jagsttal ist höchst reizvoll und auch der Neckar zeigt sich von der besten Seite. Die Gruppe zieht sich ein wenig dahin, an der Spitze Irina, topfit und sportlich orientiert. Am Ende zieht Helga ihre Kreise, die Genußradlerin. Hat alles seine Berechtigung! Und wir schaffen es rechtzeitig, um gegen 18:30 Uhr unser Schmutzbier (dessen Ursprung wir seit dieser Tour endlich auch auf Helga zurückführen könne, danke dafür!) aus der Hand von Andreas Roth entgegennehmen zu können, dem Chef von culterramar, die uns so formidabel über den Balkan geführt haben.

Andreas begleitet uns dann auch am Abend, den Neckar entlang in die Heidelberger Altstadt. „Kulturbrauerei“ klingt dann erst einmal einladend und auch das Bier und das Ambiente ist ausgezeichnet. Nach fast zwei Stunden ist der Hunger ebenso eingeschlafen wie meine beiden Töchter, die wie meine Frau seit Nürnberg mit von der Partie sind.

Hier die Statistik der Tour:
- Schlechtester Internetzugang: Deutschland (bisher funktionierten 3 von 7 Hotelzugänge, selbst Jochen hat im Iran besseren Zugang gehabt
- Größter Touristennepp: Da konkurrieren Abensberg und Heidelberg, das Essen heute war nur entfernt verwandt mit der Speisekarte, aber immerhin sündhaft teuer!
- Längste Wartezeit auf ein Essen: Kulturbrauerei Heidelberg

Trotzdem, der Abend ist nett und angenehm warm, wir saugen ihn ein in der Gewissheit, dass es vielleicht der letzte des Jahres 2012 ist. Es war ein Mittwoch im Juli!

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It wasn't dead. Just resting!

Von gestern Abend (17. Juli) bis heute Nachmittag war der Blog nicht zu erreichen. Grund dafür war der Umzug auf einen neuen Server. Eine solche Aktion geht eigentlich recht fix und geschmeidig von statten. Jedenfalls wenn man weiß wie es geht. Ich wusste es leider nicht und der Umzug kam auch etwas überraschend. Jedoch hausgemacht :-(

Momentan werden die meisten Fotos noch nicht wieder angezeigt, aber daran arbeiten meine -zugegeben nicht mehr sehr zahlreichen- grauen Zellen fieberhaft.

Für die entstandenen Unnnehmlichkeiten entschuldige ich mich bei allen Lesern sehr!

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Götz von Berlichingen 2

91 Kilometer von Rothenburg nach Jagsthausen, hügelig, schön, durch den Ärmel Frankens

Bevor wir uns auf die Räder setzen, drehen wir noch eine touristische Runde durch Rothenburg, eine Viertelrunde auf der Stadtmauer, zum Marktplatz, Heino erzählt vom Schwedentrunk. Wir kaufen Proviant im gut sortierten Ökoladen diesseits der Stadtmauer. Heute mit von der Partie: Robert Reischl, der schon 2008 auf der Tour von Athen nach Peking dabei war und Jürgen Zeller, der vom benachbarten Uffenheim herüberrauscht und uns bis Bad Mergentheim begleitet. Schön, ein wenig Begleitung zu haben!

Das Ganze dann durch wunderschöne Landschaft – erst Tauber-, dann Jagsttal, und zwischendrin die letzten Ausläufer frankischen Mittelgebirges. Zum Beispiel Assamhausen, laut Eigenwerbung „Das Ass im Ärmel Frankens.“ Ob die Wahl des Slogens so günstig war, ist fraglich. Anglophile Menschen werden verstehen, was ich meine. Leck mich am Ärmel! My Ass! Ist aber trotzdem schön in Assamhausen. Was kann denn die Stadt dafür, dass sie am Ärmel Frankens liegt. Im Jagsttal ist man da geschickter. In Berlichingen zum Beispiel: „Willkommen in der Heimat des Götz“ steht da am Orteingang. Schwaben hat also auch ein Ass im Ärmel. Und Humor.

Am Abend sitzen wir in der gastlichen Götzenburg, der Heimstatt des Götz. Hier muss es gefallen sein, das berühmte Zitat. Dicke Mauern, gutes Essen und einen schönen Blick über das Jagsttal. Hans Gronbach, von Dubai bis Istanbul dabei bei der Tour, rauscht mit dem Rad herbei und kümmert sich um das Schmutzbier.

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Ein Hauch von Zen(n) 2

87 km von Nürnberg nach Rothenburg, Gegenwind, leichte Hügel

Die letzten Tage waren hart, und auch ich merke, dass 600 km in vier Tagen ein wenig ambitioniert ist.
Dann gestern die Tourfete, wenige, aber doch sehr erlesene Teilnehmer, die ihren Spaß hatten. Ein richtiger Kater ist es nicht, den wir vor uns herschieben, aber doch sind wir ein wenig auf Ruhemodus geschaltet. Wir trödeln uns durch den Tag, genießen die famose Stadtausfahrt aus Nürnberg, weitgehend autofrei und biegen dann in das Zenntal ein, das uns mit typischen fränkischen Dörfern und malerischer Landschaft verwöhnt.

Zwischendrin gabelt uns ein Sat1-Team auf und filmt uns ausgiebige, von unten, oben und in Bewegung. Doch: Wie die fränkische Filmredakteurin bestätigt: Montags ist überall in Franken Ruhetag. Wahrscheinlich sitzen dann alle Wirte in der einen offenen Kneipe und besaufen sich sinnlos. Noch nicht einmal die ansonsten überall wie Pilze aus dem Boden sprießenden Dönerbuden gibt es hier, und so plündern wir für unsere Mittagspause den lokalen Edekaladen und filtern alles einigermaßen Essbare heraus. Viel ist es nicht!

Am Abend dann Rothenburg pur, mit einem Essen im Reichsküchenmeister. Touristisch, aber gut.

Das Bett ruft, der starke Gegenwind der letzten Tage hat uns ausgelaugt!

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Wohlauf, die Luft geht frisch und rein...

…wer lange sitzt muss rosten. Das ist das Frankenlied, habe ich gerade nachgeschlagen. Aus Franken kommen wir Bürohengste nämlich gerade nach Berlin zurück, genauergesagt aus Nürnberg, dem Zentrum dieser wunderbaren Region.
Das Frankenlied finden wir etwas irreführend, denn die Menschen scheinen dort nichts lieber zu tun als lange zu sitzen,
sie trinken dabei das feinste Bier und essen von grossen Tellern. Aber vielleicht bewegen sie sich ja ganz viel, wenn man mal nicht hinschaut.

Uns hat es jedenfalls bestens gefallen dort: wir haben jene kleine, feine und topfitte Gruppe in Nürnberg willkommen geheissen, die aus Hongkong auf dem Weg nach London unterwegs ist. Unsere Party war etwas chaotisch, aber unsere vielgereisten Gäste kann nichts erschüttern, auch die zahlreichen ehemaligen Teilnehmer nicht, die dazugekommen sind.

Das Wetter hat jedenfalls rechtzeitig die Kurve gekriegt und die Sonne hat sich gezeigt, man sass im Biergarten und hat die alten Touren Revue passieren lassen. Irgendwann ging dann auch die Diashow los: Heino, Volker und Doro plauderten dazu launig von den zurückliegenden Reiseerlebnissen. Die Bands im Anschluss waren vortrefflich: unser “Alptraum der Roten Kammer” souverän wie immer, die Nürnberger Lokalmatadoren von La Boum gutgelaunt und spielfreudig.

Ein schöner Tag in einem schönen Biergarten im Herzen der Altstadt von Nürnberg! Unsere Radler müssten sich erholt haben, jetzt geht der Endspurt los…

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Wenn Engel reisen, weint der Himmel!

146 km von Passau nach Abensberg, 850 HM, Regen, Sonne, Regen, kurz: Aprilwetter

Text folgt!

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Auf der Rennstrecke

320 Kilometer von Wien nach Passau in zwei Tagen, Gegenwind, flach

Wir nehmen die Rennstrecke Donauradweg Passau –Wien wörtlich und legen sie in zwei Tagen zurück. Irgendwo muss man auf einer 215-Tage-Reise Zeit sparen und da lag dieses Teilstück nahe, weil so ziemlich jeder Radfahrfan schon hier unterwegs war. Robert mit Familie, Maren als Kind, Heino (noch ohne Fahrrad), Irina und meine Wenigkeit, als Kleinkind, was mich gleich erkennen lässt, wie die zweitürmige Kirche auf dem Berg zwischen Melk und Grein heißt: Marie Taferl. Da habe ich als 3-jähriger mal zwei Wochen verbracht, die Bilder sind im Langzeitgedächtnis anscheinend abgespeichert.

320 Kilometer kämpfen wir also mit dem Gegenwind, meistern die Etappen mit Bravour und rollen dann in Passau ein: Für Robert und Heino nach 200 bzw. 170 Tagen das erste Mal wieder in der Heimat. „Deutschland ist schon schön!“, erzählt mir Heino bei der Einfahrt nach Passau.

Stimmt!

Wir freuen uns zudem über Zuwachs: Helga und Dieter, beide erfahrene Athen-Peking-Radler sind von hier bis zum Rhein mit dabei. Maren steigt heute leider aus, sie war eine tolle Bereicherung für die Gruppe! Herzliche begrüßt uns auch Marten, unser Fahrer von hier bis nach Holland, der das dankenswerterweise von Koga gestellte Begleitfahrzeug fährt.

Hier ein paar Sätze zu unseren Rädern: Seit Bulgarien hatten wir keine einzige Panne, einmal habe ich Heinos Schaltung feinjustiert, eine Umdrehung des Schraubenschlüssels, das war es. Und Robert und Heino fahren mit den Rädern bereits die zweite Tour von diesen Dimensionen. Also, herzlichen Dank an Koga für diese tollen Räder!

Und herzliche Dank an ICUnet, die uns stilvoll und herzlich in der Passauer Altstadt willkommen heißen. Die eine Sache ist Sponsoring, das solche Touren erst möglich machen. Die andere aber auch, wie es dann passiert. Die Herzlichkeit mit der uns ICUnet begrüßt hat, war etwas Besonderes! Was natürlich auch an Alex Kramer lag, der inzwischen für ICUnet arbeitet und vor einigen Jahren China-By-Bike-Reiseleiter war. Gelernt ist gelernt, er führt uns zur späten Stunde durch Passau und erklärt uns die Stadt. Schön war es in Passau, danke dafür an Alex, Maria Richter, ICUnet, die Stadt Passau und das Hotel Atrium! Letzteres ist der Beweis, dass man auch in einer Touristenstadt tollen Service zu guten Preise anbieten kann.

Und natürlich herzlichen Dank an Biketeam, die unsere Teiletappe durch Ungarn und Österreich betreut haben!

Wie war der Donauradweg? Wie sagt Obelix so schön über das Land der Schweizer: „Flach!!!“. So auch der Donauradweg, aber er hatte auch Ecken und Kanten, wunderschöne Passagen in Serbien und Ungarn, schmackhafte Spezialitäten von den Eierschwammerln bis zum Marillenknödel. Die Marillen zuweilen auch direkt vom Baum, bis dann ein grimmiges Schild folgendes verlauten lässt: „Achtung, Videoüberwachung. Jeder Diebstahl wird angezeigt.“ Wir diskutieren, ob es Mundraub als Gesetzeskategorie noch gibt und ob eine Aprikose im Kontext eines Hongkong-London-Radlers als notwendiger Griff in den Baum gilt.

Schön war es an der Donau, und schön ist es, wieder daheim zu sein!
P.S. Rund um Melk ging uns Robert verlustig und ich habe ihn gesucht, deswegen ist der Track am 11.07. ein wenig länger als erwartet.

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Einstein hat Unrecht!

“Die Raumkrümmung durch Gravität ist Unsinn, zwischen Bratislava und Wien gibt es auf dem Donauradweg die perfekte Gerade!”

So ein Spruch kann nur beim Heurigen entstehen, daher heute zwei Blogeinträge und noch zwei Bilder!

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Geschacher bei Sacher – oder: Haben Sie Wien schon bei Tag gesehen?

Wir haben es getan: Eine original Sachertorte im Hotel Sacher. Das heißt, wir haben es versucht. Und dann eine halbe Stunde gewartet. Auf Nachfrage kam dann das pappsüße Backwerk mit Weltruhm. Manche Sachen muss man einfach mal ausprobiert haben, ehe man sie fürs Leben abhaken kann. Die Nachfrage, ob die Torte nach der langen Wartezeit aufs Haus ginge, quittiert der Ober mit Missachtung. Immerhin, die sprichwörtliche Stieselichkeit der Wiener Ober wird hier noch hochgehalten.

Aber halt: Genug mit Meckern! Wir haben trotzdem einen schönen Tag, und sind nun mit allen Hunderwassern gewaschen. Direkt beim Hotel ist die Abfallaufbereitungsanlage, von Hundertwasser gestaltet, und unser erstes Ziel ist dann auch das Hundertwasserhaus. Angenehm verkehrsfrei geht es den Donaukanal entlang, ein toll angelegter Radweg mit einer ausgewiesenen „Fairness Zone“ immer dort, wo Fußgänger und Radfahrer aufeinandertreffen. Generell gibt sich Wien recht radfreundlich, aber als Berliner ist man da ja für jeden Versuch dankbar!

Vom Hunderwasserhaus fahren wir zwei Seitenstraßen weiter zum Wiener Kunst Haus, ebenfalls vom großen Meister gestaltet. Dann geht es durch das Gewirr von Fußgängerzonen (Strafe 70 Euro, wie wir inzwischen wissen, glücklicherweise ohne monetären Verlust, Touristenbonus!) und Einbahnstraßen zum Stephansdom. Das ist eigentlich keine Kirche mehr, bemerkt Maren treffend. Es ist Sommer, Wien eine beliebte Urlaubsstadt, und so ist es in und um den Dom recht voll. Und bei Sacher treffen sich dann chinesische Touristengruppen und deutsche Weltenradler.

Der Nachmittag ist zur freien Verfügung, es ist viel zu organisieren für den weiteren Verlauf der Reise.

Der Countdown läuft:
Am 15.07.2012 feiern wir die „Willkommen daheim“-Party im Kulturgarten des K4 in Nürnberg.

Und wer in Niederbayern zuhause ist:
Die ICU und die Stadt Passau begrüßt uns dankenswerterweise am 12.07.2012 ab 19:00 im „Alten Brauhaus“, Bräugasse 5, 94032 Passau. Gäste sind auch hier ausdrücklich willkommen!

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Donau-Au! oder: eine Runde um den Prater

76 km von Brastislava nach Wien, eben, schnurgerade (bis zum Prater)

Nach dem leider in diesen Breiten anscheinend notorisch schlechtem Frühstück (was gäbe ich manchmal für eine gute, fette chinesische Nudelsuppe!) drehen wir noch eine Runde durch die Altstadt von Bratislava. Prag im Kleinen, ohne die Touristen, schießt es mir durch den Kopf. Wirklich schade, dass wir gestern keine Zeit hatten, in die Altstadt zu fahren. Eigentlich könnte man jeden zweiten Tag einen Ruhetag machen auf dieser Reise, dann dauerte diese aber ein gutes Jahr und keiner hätte die Zeit und das Geld, diese zu machen. Aber wer weiss, was uns in den nächsten Jahren noch an Touren einfällt!

Auf jeden Fall genießen wir das mittelalterliche Altstadtensemble von Bratislava und machen eine Fotosession mit den Kunstinstallationen, die an jeder Ecke stehen. Beziehungsweise liegen, wie der „Man at work“, der listig aus einem Gulli lugt. Wir bummeln im besten Wortsinne, es liegen gerade ebene 70 Kilometer vor uns, und dort haben wir einen Ruhetag.

Der Donauradweg ist dann ein Kontrapunkt zur Altstadt von Bratislava. “Au, die Donau-Au!”, dichtet das für Wortspiele zuständige Gehirnzentrum. Eben und gerade geht es auf dem Donau-Damm dahin, und in diese Schneiße pfeift der Wind in falscher Richtung, sprich: uns entgegen.

Zeit also für eine Abwechslung, die wir dann nach einigen Rund- und Irrfahrten (Es wird intensiv gebaut und umgestaltet in Wien, dem fällt zuweilen auch die Radbeschilderung zum Opfer!) im Prater finden. Mit dem Prater haben wir alle Assoziationen: Robert ließ hier mal seine Familie für zwei Stunden ohne einen Schilling sitzen (es war Sonntag und die Banken hatten geschlossen). Als kleines Kind wohnte ich in einem Hotel gleich um die Ecke des Praters (auf dem Weg zum Balaton) und mein Vater weigerte sich, mit uns in den Prater zu gehen (hat aber kein Trauma bei mir hinterlassen, ich bin nicht gerade der Jahrmarktfan). Heino und Maren waren schon mal hier, fühlen sich aber dennoch magisch vom Riesenrad angezogen und drehen eine Runde, während Robert und ich die Wunder der Mikrowelle entdecken. Irina ist zu diesem Zeitpunkt schon lange im Hotel, das Rad roch mal wieder den Stall.

Am Abend genießen wir das Wiener Stadtleben. Auch wenn zum ersten Mal seit mehr als sechs Wochen auf Deutsch bestellt werden kann, liegt der Teufel im Detail. Ein kleiner Brauner ist nun mal ein Espresso mit separater Milch. Und ein „Sackerl“ eine Plastiktüte.

Ein Weißbier bleibt aber ein Weißbier! Prost! Noch drei Tage bis Passau!

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