Abschied von Schilda - Willkommen in der Euro-Zone!

79 km von Györ nach Bratislava

Heute haben wir Ungarn verlassen, und sind nicht gerade unglücklich darüber. Komisch, ich habe an Ungarn wunderbare Erinnerungen, aus der Kindheit mit Badeferien im pupwarmen Balaton und von den vier Wochen, die ich Anfang der 1990er in Budapest Theater gespielt habe.

Und jetzt? Heute endete der ausgeschilderte Donauradweg mal wieder in eine für Radfahrer gesperrte Straße (wohlgemerkt eine Straße ohne viel Verkehr!) ohne Alternativen. Immer wieder werden wir in sinnlosen Zick-Zack-Fahrten über Bürgersteige gelenkt, mit Straßenüberquerungen, die prädestiniert sind, zu Unfällen zu führen. Restaurantrechnungen haben wir uns in Ungarn (vor allen Dingen in Budapest) immer sehr genau angeschaut, da dort immer mal wieder teure Weinflaschen und nicht kommunizierte Servicetax auftauchten. Und freundlich geht von den Kellnern bis zur Rezeption deutlich anders, als das in Ungarn praktiziert wird. Wie meinte Hubert, unsere Etappenradler und Österreicher so schön: In Ungarn lebt die K+K-Vergangenheit intensiver fort als in in Österreich.

Wir hatten aber auch schöne Erlebnisse: Die phantastisch ausgebaute Radstrecke zwischen Baja und Dunaujvaros, meist mit Flüsterasphalt auf der Dammkrone, autofrei. Meist exzellentes Essen. Gute Hotels.

Nach den Erfahrungen der Reise, vor allem mit den frischen Erinnerungen aus Bulgarien und Serbien fällt Ungarn jedoch deutlich ab. Vielleicht auch, ich schrieb es schon, weil das Exotische immer mehr abnimmt und das Bekannte den Tag bestimmt. Zuhause ist es vielleicht nicht am schönsten, aber man sieht die Heimat doch immer auch am kritischten.

Der Tag heute lässt sich leicht durch folgenden Dialog beschreiben:
Volker: “Öde Landschaft heute!”
Maren: “Mir gefällt es!”
Volker: “Sieht aus wie im Münsterland!”
Maren: “Eben, da fühle ich mich wie zuhause!”

Wobei jetzt nichts gegen das Münsterland gesagt sein soll.

Die Tage pendeln sich bei weiterhin brütender Sommerhitze und gelegentlichen Gewittern so ein. Schön ist es, aber es passiert nicht viel. Die Heimat ruft! Bis Passau sind des noch vier Tage!

P.S. In unserer Gruppe sitzen die letzten Euro-Fans! Endlich nicht rechnen und umtauschen!

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