Famous last words...

Die Olympischen Spiele sind vorbei, wir sind alle wieder zu Hause. Bilder werden gesichtet, Erlebnisse eingeordnet. Das braucht eine Weile.

Mit dem Fazit habe ich mir daher ein wenig Zeit gelassen. Fest steht: Wir haben es geschafft! Südchina mit Wintereinbruch, der Himalaya im Februar, die Hitzeschlachten in Indien und im Oman. Das deutsche Aprilwetter im Juli. Die grotesken Radwege in England. Mehr als 16.000 km durch (wer mitgezählt hat, wird den Fehler entdeckt haben) 16 Länder. Belgien und Dubai hatten wir nicht auf der Rechnung. Also Dubai nicht gezählt als Land und durch Belgien sind wir aufgrund einer Laune gefahren – und haben uns prompt verfranzt. Gefallen hat es uns da trotzdem, wie auch in allen anderen Ländern auf dieser Reise. Denn auch wenn das Radeln und Reisen zuweilen nicht einfach war, lässt sich doch wie schon bei der ersten Tour dieser Art, der Eulentour 2008 feststellen: Es ist möglich, die Welt mit dem Fahrrad zu entdecken, nicht nur für Sportfreaks und Aussteiger, sondern auch für „normale“ Menschen, die sich einen Traum erfüllen wollen.

Unser Dank soll so auch zuerst den Teilnehmern und Teilnehmerinnen gelten, die das Herz (und die Beine) der Tour waren. Herzlichen Dank an Robert Wenzel, Heino Becker, Irina Borch, Martin Rid, Hartmut Brösemann, Hans Gronbach, Christa Hoppe, Karin Löhr, Manfred Kientzle, Thomas Giesbert, Sven Unbehauen, Wolfgang Thiemann, Beat Meier, Beat Feller, Reinold Ospelt, Martin Stallmann, Frank Schnüll, Christoph Borch, Maren Poppenborg, Brigitte Kowas, Henning Scholz, Helga Struwe, Dieter Koehler, Robert Reischl, Hubert Leber, Biggi Bender, Jürgen Feller, Thomas Huyeng und Detlef Seif (in der Reihenfolge der gefahrenen Kilometer). Unsere Wertschätzung und Dankbarkeit gilt den deutschen Reiseleitern Doro Jokiel, Linus Schlüter und Jochen Meyer. Herzlichen Dank auch an die unzähligen lokalen Reiseleiter, Busfahrer, Organisatoren, allen voran Lhaba (Tibet), Kundeep (Indien), David (Iran) und Genadi (Bulgarien).

Die Tour wäre nicht möglich gewesen ohne die Unterstützung unsere geschätzten Partner vor Ort:

China/Nepal/Deutschland/Holland/England: China By Bike

Indien: Insight

Oman/Iran: Nomad

Türkei: Lupe Reisen

Bulgarien und Serbien: Culterramar

Ungarn und Österreich: Biketeam

Und last but not least: Ohne eine geeignetes Fahrrad ist so eine Tour nicht zu machen. Hier haben wir seit Jahren das ideale Reiserad für unsere Touren gefunden, das uns auch dieses Mal wieder vollstens überzeugt hat: Das KogaSignature.

Die Bilanz: Zwölf Räder mit einer Einsatzleistung von durchschnittlich 12.000 Kilometer, zwei davon waren bereits von Athen nach Peking unterwegs und haben nun 35.000 bzw. 45.000 Kilometer auf den Reifen. Wir hatten ein paar Platten, die üblichen Wartungswechsel von Kette und Ritzelpaket nach ca. 6.000 km, ein gewechseltes Tretlager (nach fast 40.000 Kilometern Laufleistung), KEINEN Speichenbruch, KEIN Bowdenzug gerissen, KEINE ernsthafte Reparatur auf der gesamten Reise, trotz mehrerer Stürze, in Indien zum Teil spektakulär (ohne nennenswerte Verletzungen).

Das letzte Mal habe ich ein Werkzeug in Bulgarien in der Hand gehabt, als ich Heinos Schaltung feinjustiert habe. Von dort bis nach London (knapp 3.000 km) schurrten die Räder trotz extremer Bedingungen vor sich hin und zeigten keinerlei Ermüdungserscheinungen. Daher ein enthusiastischer Dank an Koga für diese tollen Räder und an Anke Namendorf, Marten Smid und Jan van der Zee als unsere Koga-Begleiter vor und während der Reise. In diesem Zusammenhang auch herzlichen Dank an Schwalbe, Tubus und Busch und Müller als Co-Sponsoren.

In diesem Zusammenhang ein Wort zu Schwalbe: Im meinem Yangzi-Blog 2010 hatte ich den Schwalbe Surpreme noch getadelt, zum neuen Schwalbe Marathon Mondial lässt sich nur sagen: Etwas Besseres hatten wir noch nie auf der Felge. 2008 von Athen nach Peking kamen wir auf durchschnittlich sechs Platten pro Teilnehmer, 2012 bei höherer Laufleistung waren es durchschnittlich zwei, seit Istanbul auf immerhin 4.000 Kilometern fehlte uns nie mehr Luft im Reifen.

Auch ansonsten fehlte uns wenig auf der Tour. Für Unterstützung sorgte in Deutschland zusätzlich noch ICUnet, die uns gebührend in Passau bei Bier und Brotzeit begrüßten und MyMüsli, verantwortlich für den einen oder anderen schmackhaften und nahrhaften Snack unterwegs.

Sehr gefreut haben uns auch die vielen Fans, die uns im Blog und auf Facebook begleitet haben. Mehr als 100.000 Besucher verzeichnete unser Blog von Januar bis Juli 2012, knapp unter einer Million Seitenaufrufe hatten wir im März 2012.

So eine Tour macht natürlich Lust auf mehr.

Für 2013 plant China By Bike eine 80-tägige Radtour den Mekong entlang:

Auf den Spuren von Wanda
Die Tour gibt es auch bei Facebook: Fansseite: Auf den Spuren von Wanda

Und für 2016-2018 planen wir eine geführte Weltreise mit dem Rad. Die Seite ist noch im Aufbau, es lohnt sich aber auf jeden Fall, dort in ein paar Monaten noch einmal vorbeizuschauen.
In 800 Tagen um die Welt

Wer bei der Lektüre unseres Blogs auf den Geschmack gekommen ist:

China By Bike bietet die Tibet- und die Nepal-Etappe auch 2013 an:
Auf dem Dach der Welt

An den Hängen des Himalayas

Biketeam radelt durch London:
London By Bike

Culterramar entdeckt den Balkan auf zwei Rädern.
Bulgarien mit dem Fahrrad

Maßgeschneiderte Radreisen in den jeweiligen Ländern können bei Insight, Lupe und Nomad angefragt werden.

So, das war es für dieses Jahr!

Rückenwind und gute Straßen wünscht,

Volker Häring
Im Namen von China By Bike

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Chances of Rain: Ein Bilderbuch-Tag in London

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Auch eine große Reise endet mit einem kleinen Schritt (frei nach Konfuzius)

75 km von Maldon nach London, erstaunlich hügelig, meist Rückenwind und 30 grausame Stadtkilometer in London

“Für mich ist der Weg das Ziel!” erzählt gestern Heino beim Ale und ich nicke. Heino, der mir in den letzten Wochen sehr lieb als Reiseteilnehmer geworden ist und der mich nun als letzter verbliebener Teilnehmer nach London begleitet (und umgekehrt!).

Wir fahren in etwa das gleiche Tempo (außer in der Stadt, da setzt mein Berliner Überlebensinstinkt zusätzliche Kräfte frei!), zeigen das gleiche Interesse an Landschaft und Architektur, und verstehen uns auch so sehr gut. Für Sarah, meine ältere Tochter ist Heino fast schon ein Nenn-Opa geworden in den letzten zwei Wochen, die meine Familie mit von der Partie ist.

Der Weg ist das Ziel, und so bleibt auch diesmal, anders als vor vier Jahren bei der Einfahrt der Eulentour (www.athen-peking.de) auch das Gänsehautfeeling aus. Damals waren es 31 Radlerinnen und Radler, in epischer Breite auf dem fast autofreien Platz des Himmlischen Friedens aufgefächert, heute quälen sich zwei fröhliche, aber hoch konzentrierte Radler durch London am Tag der Eröffnung. Unspektaktulär, und genau deshalb sehr schön. Keine Presse, keine Fernsehen und auch kein Rummel um uns. Als Veranstalter tut mir das ein wenig leid, als Radler genieße ich dieses Ankommen der leisen Töne.

Lauter geht es dann beim abschließenden Schmutzbier im Blackbird Pub um die Ecke des Hotels zu, wir probieren uns durch einige Ales und bleiben schließlich beim “1845 Bier” hängen, ein schmackhaftes Dunkles aus Flaschengärung.

So muss das abschließende Fazit und auch noch ein Eintrag zu London und Olympia ein wenig warten, ich bin froh, überhaupt ins Internet zu kommen. Im Hotel ist das Wlan ausgefallen, Internet-Cafés gibt es nicht in der Umgebung (gibt ja überall Wlan!) und das Internet kommt zu den Olympischen Spielen in London ein wenig mit dem Krückstock daher: Heute wurden Zuschauer und Athleten gebeten, während der Veranstaltung nicht zu Twittern, das würde das Netz nicht aushalten. “Oh schöne neue Welt, die solch eine Technik hervorbringen!” (wenn man in London ist, darf man schon mal Shakespeare verballhornen!)

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How many miles in a gallon?

70 Kilometer von Harwich to Maldon, hügelig, viele Schrebergärten (siehe Monty Python)

Es ist eine Sache, dass ein Schiff früh ankommt. 5:30 Uhr ist definitiv früh, auch wenn wir durch die Zeitumstellung, die letzte der Reise, eine Stunde gewinnen. Für ein paar pappige Croissants, zu wenige Brötchen und viel in Verpackungsmüll gepresste Frühstücksware 15 Euro pro Person zu verlangen und dann die Passagiere pünktlich um 6:30 Uhr von Bord zu scheuchen ist eine andere Sache, liebe Stena Line! Auf Kreuzfahrtschiff zu machen (vor allem, was die Abgase angeht!) und dann an allen Ecken und Enden zu sparen und abzuzocken, wo es doch nur darum geht, vom Festland nach England zu kommen, ohne zu fliegen, das ist doch ein wenig billig. Das war 2008 von Arcona nach Patras deutlich besser geregelt (www.athen-peking.de). Aber man kann nicht alles haben!

Es reicht ja schon, dass sich der dankenswerterweise bei unserer Ankunft vorhandenen Klischeenebel gegen 7:30 Uhr verflüchtigt, wir dann die National Cycle Route 51 finden (und immer mal wieder verlieren, mit der Ausschilderung haben es die britischen Kollegen nicht so!), die nach Colchester führt. Altes Schloß mit Römervergangenheit, Stadtmauer mit Römervergangenheit und guten Kaffee! Den Linksverkehr sind wir seit Indien gewohnt, das ist in Fleisch und Blut übergegangen. Probleme macht dann eher die Umrechnung von Meilen und Yards in Kilometer. Frei nach Homer Simpson daher auch der heutige Blogtitel.

Hinter Colchester geht es auf einer seltsam verkehrsdichten Nebenstraße nach Maldon. Warum Maldon? Bei meiner Recherche hatte ich hier das Blue Boar Hotel und Restaurant gefunden und mich in die Idee verliebt, hier zu übernachten. Meine Erwartungen werden sogar noch übertroffen. Fünf Biersorten aus der angeschlossenen Brauerei sind im traditionellen Pub im Ausschank, die Hotelzimmer atmen (im positiven Sinne) Geschichte, in den Gängen hängen wunderbar ironische historische Ölschinken und das Essen ist britisch, aber gut. Eine Dixieland-Band spielt bis halb 11 abends auf, Nora schläft, Sarah tanzt, Zornica, Heino und Jan genießen den lauen Sommerabend. Dazu fließt das lokale Ale und der eine oder andere Single Malt.

In Gedanken planen Zornica und ich eine Tandemtour durch England.
Noch 80 Kilometer bis London!
P.S. Heute gibt es leider keine Streckenaufzeichnungen, mein GPS hat leider seinen Dienst versagt! (Speicher voll, kann auf so einer langen Tour schon mal passieren.)

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Strandfreuden und Leiden

92 Kilometer von Amsterdam nach Hoek van Holland, flach, schön, Genussetappe

Irina ist mit dem Auto auf dem Weg nach Berlin, Heino, meine Familie und ich sind bereit für den Sprung über den (kleinen) Teich. Seit heute ist auch Jan mit von der Partie, unser neuer Begleiter von Koga, der den Begleitbus sicher über die verbliebenen 200 Kilometer manövriert.

Waren die bisherigen Tage in Holland schon ein Genuss für uns leidgeprüfte Radfahrer, toppt der heutige Tag noch einmal alles. Kurz vor Hoek van Holland rufe ich Heino zu, dass dies eventuell sogar die schönste Etappe der Tour sein könnte. Eine Überlegung ist es auf jeden Fall wert.

Zuerst geht es weitgehend autofrei aus Amsterdam raus, in Richtung Leiden (siehe Überschrift!). Erst ein Park, dann ein Kanal, dann einmal unter einem Jumbo durch (Flughafen Schiphol). Immer so weit wie möglich vom Verkehr entfernt, immer gut ausgeschildert und dann die Kreuzung, an der die Radfahrer mit eigener Prioritätsschaltung der Ampel quer über eine Ampelkreuzung geführt werde. Hallo deutsche Verkehrsplaner: So verändert man Realitäten und das Bewusstsein!

In Leiden treffen wir dann ein letztes Mal den Rhein, als kleinen Kanal, der direkt durch die Stadt führt. Dann geht es immer mit Windunterstützung in Richtung Meer, und damit unweigerlich auch in Richtung Strand. Scheveningen ist eine spontane Entscheidung von Heino und mir, nachdem Heino dort vor mehr als 50 Jahren mal entspannt in den Dünen lag.

Scheveningen ist heute im Zentrum so etwas wie ein Holland-Ballermann, dann in Richtung Hoek von Holland zunehmend schöner, Sanddünen, Gras, Wälder, Blumen. Radwege mitten durch die Dünen, auf dem Damm, neben dem Damm, Damm gut! (für die Anglophilen).

Nach einem leider eher mäßigem chinesischem Essen am Hafen von Hoek van Holland geht es dann auf unsere Fähre nach England. Bei einer schönen Flasche Rotwein sehen wir das alte Europa am Horizont verschwinden.

Noch zwei Tage bis London!

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Im Radfahrwunderland

139 Kilometer von Oirschot nach Amsterdam, flach mit vielen Drempels, Rückenwind der Stärke schön

Gestern schon waren wir fasziniert, dass wir autofrei durch Maastricht gekommen sind. Heute kennt unsere Faszination keine Grenzen! Sicher, Holland ist als Radfahrerland bekannt, dass es aber an fast jeder Straße (zuweilen auch an Autobahnen) Radspuren gibt, hat uns tatsächlich die Sprache geraubt. Das Fahrrad ist in Holland ein gleichwertiges und vor allem ein gleichberechtigtes Verkehrsmittel zum Auto, und das tut zumindest mir als leidgeprüften Berlinradler sehr gut.

Auch das Wetter ist auf unserer Seite, und so brausen wir über Radwege, viele Flüsse, so viele, dass wir glatt den Rhein übersehen haben, den wir ungefähr auf Höhe Utrecht überquert haben müssen, denn plötzlich radelten wir am Rhein-Amsterdam-Kanal entlang, in Richtung Amsterdam.

Eine Kaffeepause folgt der nächsten, wir genießen das strahlende Sommerwetter, Heino und ich (Irina saß zu diesem Zeitpunkt schon im Begleitbus) gönnen uns bei km 110 noch ein Eis und ein Weißbier (aufmerksame Blogleser können das sicher einwandfrei zuordnen) und dann werden aus Kanälen Grachten und wir sind in Amsterdam. Hier wird sich Irina verabschieden und Heino und ich nehmen die letzten 200 Kilometer unter die Räder.

An dieser Stelle unseren herzlichsten Dank an Marten Smit, der uns seit Passau als Begleitbus-Fahrer, Feinschmecker und vor allem auch als Freund begleitete. Marten, jederzeit wieder! Du warst ein Gewinn für die Tour!

P.S. Drempels sind die kleinen Geschwindigkeitsbegrenzer auf der Straße.

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Das 15. Land

133 Kilometer von Aachen nach Oirschot

Nachdem wir gestern das Sommerloch gefüllt haben, backen wir heute kleinere Brötchen. Oder kleinere broodje. Denn wir sind heute nach Holland geradelt. Vorher hat Sarah, meine dreijährige Tochter noch Heino den Kopf abgebissen. Also weder dem Sänger noch dem Radler Heino. Aber der Haribo-Kreation, die es mit der Haselnusstorte gibt: Den Gummibärchenkopf Heinos, von HarryRiegerBochum. Seitdem ist Gummi-Heino in den Wortschatz meiner Tochter aufgenommen worden. “Warum hat der Heino keine Beine?”, war eine durchaus sinnvolle Frage. Schließlich ging dabei wichtige Gummimasse zum Naschen verloren!

Holland also, und dann auch gleich wieder raus, nach Belgien. Moment, werden da eifrige Blogleser sagen, das war doch nicht geplant. Vollkommen richtig, wir haben unseren wunderbaren T-Shirts Lügen gestraft, und sind vor England in das 14. Land eingeradelt. Macht dann 15 auf der ganzen Tour. Wir sind dann aber flux wieder draußen aus dem Land der Pommes und des Biers, ohne das eine oder das andere genossen zu haben. Schade eigentlich, aber es rollte heute wirklich gut, und ehe wir uns versehen haben, waren wir wieder in Holland. Warum es so rollte? Weil uns das gute Wetter wieder erreicht hat. Wir wollen hier keine Verschwörungstheorien in die Welt setzen, aber: Das schlechte Wetter begann in Passau und endete in Aachen, also an den Grenzen Deutschlands.

Seit heute sind wir nur noch zu dritt, Irina, Heino und ich. Robert ist in Nürnberg ausgestiegen, unsere Deutschlandradler Helga und Dieter verabschiedeten sich in Koblenz, Wolfgang, Thomas und Detlef waren nur für eine Etappe bis Aachen dabei und auch Henning sagte in Aachen auf Wiedersehn.

Irina steigt dann Visa bedingt in Amsterdam aus, so dass Heino, meine Familie und ich dann die Fahnen der Tour nach London tragen. Immerhin!

Am Abend dann ein wunderbarer Stopp in einem kleinen Familienhotel in Oirschot, tolles Essen und eine schöne Sommerabend-Atmosphäre.

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Der doppelte Heino

119 Kilometer von Bad Neuenahr nach Aachen, Königsetappe in Deutschland mit 1.200 Höhenmetern

Eigentlich kommen wir kaum auf`s Rad. Zwar sehe ich auch noch am Morgen ein zufriedenes kulinarisches Grinsen auf den Gesichtern meiner Gruppe (Das Restaurant unseres Hotels Hohenzollern hat nicht umsonst den Ruf, eines der besten in der Gegend zu sein, es bereitete wohl auch das beste Essen auf der ganzen Tour zu!). Aber es wurde dann gestern durchaus ein wenig später, bis der letzte Nachtisch in den wohlig dicken Bäuchen verschwand.

So kulinarisch gesättigt fällt es natürlich schwer, beim aktuellen deutschen Sommerwetter in die Pedalen zu treten! Wir machen es trotzdem und fahren den wunderbaren Ahrradweg bis Altenahr, und dann in Richtung Bad Münstereifel. Dort haben wir dann schon 400 Höhenmeter in den Knochen und werden als Belohnung ins Radhaus, pardon, Rathaus eingeladen. Da gibt es ein paar warme Worte und Haselnuss-Müsli-Riegel, der wahre Haselnuss-Genuss wartet jedoch im Kurhaus auf uns.

Die einzig wahre, tatsächlich recht leckere Haselnusstorte, das Gesellenstück von Heino. Und damit ist jetzt nicht unser tapferer Weltenradler gemeint, sondern der Volkssänger mit der Sonnenbrille, der uns begrüßt. Unser Heino und der hiesige Heino sind beide Jahrgang 73, und unser Heino heißt so, was der andere gelernt hat: Becker. Na gut, Heino ist gelernter Konditor, daher auch die Torte.

Wie kommt so etwas? Hier kommt Thomas Huyeng ins Spiel, einer unser vielen eifrigen Blogleser und -kommentatoren, der Ende Januar leichtsinnigerweise zugesagt hat, eine Etappe mit uns zu radeln. Thomas wiederum kennt als Euskirchener Lokalpolitiker auch die Prominenz der Region und kam auf die Idee, Heino und Heino zusammenzubringen. Da wir – und anscheinend auch der singende Heino – Humor haben, wurde das Treffen arrangiert und wir haben eine erzählenswerte und magenfüllende Mittagspause. Hannelore Kramm, die Frau von von Heino (also dem Sänger), war derweil fleißig dabei, die richtigen Bilder zu arrangieren und auch der Leib- und Magenfotograf ist da. Den doppelten Heino könnte es also durchaus demnächst in er Gala geben – unser Heino mit dem schicken Hongkong-London-T-Shirt.

Mit der Haselnusstorte im Bauch zeigt die Gruppe dann auch gegen 13:30 deutlich Skepsis ob meiner Aussage, wir wären in gut fünf Stunden im Hotel (bei immerhin verbleibenden 80 Kilometern!). Aber die Eifel zeigt sich von ihrer besten Seite und es rollt gut. Thomas und sein Kollege Detlef Seif sind auch mit von der Partie und sorgen für Kurzweil und das Schmutzbier. Die Lokalprominenz (auch der Indienetappler Wolfgang war mit dabei!) verabschiedet sich dann leider von uns, morgen gehen nur noch Heino, Irina und ich auf die Reise nach Holland. Aber schön war es in der Eifel!

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Ich weiss nicht, was soll es bedeuten...

60/60 km mit dem Rad und dem Bus, typisch deutsches Sommerwetter, feucht und haarig

Der Wettergott liest definitiv nicht unseren Blog, oder er tut es und schmollt.

Bei Abfahrt hoffen wir noch, bei Halbzeit in Koblenz essen wir am deutschen Eck in einem vietnamesischen Imbiss Elsässer Flammkuchen in Baguetteform und haben für heute genug vom Radfahren.

Da half auch unser heutiger Müsli-Stopp nicht! In Passau überreichte uns MyMüsli dankenswerterweise eine große Tüte mit eigens für uns zusammengestellten Müsli-Packungen. Das Wetter war gegen Picknick eingestellt und so dauerte es bis heute, ehe wir uns im lokalen Tante-Emma-Laden in St. Goar Milch und Joghurt kaufen und dann unsere Plastiklöffel in das köstliche Müsli tauchen. Mein Favorit ist Mango, Helga genießt das Kaffeemüsli und schließlich muss auch das Radler-Power-Müsli dran glauben. Empfehlenswert: www.mymuesli.de

Warum ist es am Rhein so schön? Keine Ahnung, aber es fährt sich schön, teilweise auch eher improvisiert auf dem Rhein-Radweg, zuweilen ist die verzeichnete Radfähre über den Rhein schon seit zwei Jahren aufgegeben (der Fährmann war 70 und der neue Motor der Fähre hätte 20.000 Euro gekostet, sehr zum Leidwesen von Dieter (78), der den Lahnradweg entlangfahren möchte und nun den Umweg über Koblenz fahren muss). Es ist ein teilweise recht holpriger Weg durch die Deutsche Sagenwelt, und es macht Spaß. Bis der Regen kommt. Selbst Henning, unser Radrennfahrer, seit Nürnberg dabei, braucht nicht viel Überredungskünste, um ins Begleitfahrzeug umzusteigen.

Morgen wartet die deutsche Königsetappe und eine Haselnusstorte auf uns. Gespannt? Morgen dazu mehr auf diesem Sender.

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North by Northwest

121 km von Heidelberg nach Bingen

Der Wind ist uns weiterhin nicht gnädig. Böig (das Rechtschreibprogramm schlägt nicht an, aber ist das richtig geschrieben?) und weiterhin von vorn. Wir kürzen ab von Worms nach Bingen, nicht den Rhein entlang (=+60 km und viel Industrie), sondern auf wunderbaren 60 Kilometern durch Weinberge, vorbei an wunderbaren Weingütern und Straußwirtschaften (wo man den Kopf ins Glas und nicht in den Sand steckt), die Muße für mehrere Tagesetappen geliefert hätten.

Der Dom in Worms fasziniert mit bunten Kirchenfenstern und einer angenehmen Schlichtheit, der Blick geht von der luftigen Höhe auf Taunus, Odenwald, Spessart und Hunsrück, Frankfurt verrät sich durch Dunst und Hochhäuser.

In einer finalen Schussfahrt erreichen wir Bingen, das anscheinend auch unter Aprilwetter leidet.

Mit Blick auf den Mäuseturm empfängt uns Vater Rhein. Von beiden Seiten dröhnt die Eisenbahn. Romantik sieht anders aus. Dieser sind Schranken gesetzt, die in Bingen öffnet sich die Eisenbahnschranke in der Regel alle 40 Minuten.

Helga und Dieter werden uns morgen verlassen, herzlichen Dank, dass Ihr dabei wart!

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